zur Person:

Ich begann 1976, mit 18 Jahren, Klaviere zu stimmen. Als Autodidakt lernte ich an Klavieren, bei denen sich eine professionelle Stimmung nicht mehr lohnte. Mein Werkzeug war ein einfacher Stimmhammer und ein kleiner Gummikeil.

Bedingt durch die Klaviere, die ich in der Anfangszeit stimmte, bekam ich auch Gelegenheit, kleinere mechanische Reparaturen durchzuführen.

So kam es, dass ich immer öfter etwas Geld für meine Arbeit bekam. Viele Jahre später, als ich meine Berufstätigkeit (ich war zwischenzeitlich vom Ingenieur zum Waldorflehrer umgestiegen) der Gesundheit wegen aufgeben musste, nutzte ich die Erfahrungen und Kontakte, um mich selbständig zu machen. Die schon seit zehn Jahren praktizierte Nebentätigkeit als Klavierlehrer ist nun mein Standbein, der Vormittag ist den Klavieren gewidmet.

Neben der üblichen (gleichstufigen) Stimmung stimme ich auch gern ungleichstufig, bevorzugt nach Valotti. Meinen Weg zu dieser interessanten Stimmung finden Sie demnächst in einem eigenen Kapitel.

Ich lebe in Harburg und verbringe meine Freizeit mit Freunden, Gesang, Ausflügen und philosophischen Gedanken.

Referenzen

  • Kulturzentrum Lohbrügger Landstraße (LoLa) in Hamburg-Bergedorf
  • Kinder-Kulturzentrum in Hamburg-Bergedorf
  • Waldorfschule Hamburg-Bergedorf
  • Johanniskirche in Hamburg-Harburg
  • Café Refugio in Harburg
  • Renate Schulze-Brinkmann, Praxis für Atem- und Stimmtherapie in Bergedorf
  • Restaurant Wasserturm in Moorburg
  • Gesamtschule Kirchdorf
  • Kirchengemeinde Neuschönningstedt
  • Museum Elbinsel Wilhelmsburg
  • Elbe Grundschule Tespe
  • Schule „An Börns Soll“ in Buchholz
  • Waldorfseminar Hufnerstraße
  • MenschMusik Akademie Hamburg
  • Akademie Hamburg für Musik und Kultur
Für eine CD-Aufnahme wurde der Flügel nach Valotti gestimmt.

Mein Angebot

Weil ein Klavier nicht von einem Tag auf den anderen verstimmt, fällt vielen Nutzern die Verstimmung ihres Klaviers erst spät auf. Wenn Sie das vermeiden wollen, spielen Sie einige Töne zusammen mit ihrer Oktave. Dabei werden Verstimmungen am besten erkannt.

Falls Ihr Klavier einer Stimmung bedarf – ob gleichschwebend oder alternativ – vereinbaren Sie einen Termin, am Vormittag oder am Wochenende (Richtpreis 90 €).

Gern mache ich Ihnen auch ein Angebot nach Besichtigung gegen Erstattung der Fahrtkosten.

Allerdings müssen Klaviere, die über mehrere Jahre nicht gestimmt wurden, oft zweimal gestimmt werden, damit die Stimmung stabil ist. Grund dafür sind Veränderungen im Gefüge des Saitenmaterials, die nach der ersten Stimmung zu mikroskopischen Spannungen führen, die kurzfristig ausgeglichen werden, so dass der Stahl sich wieder entspannt. Darum lohnt es sich auch nicht, ein Klavier jahrelang nicht stimmen zu lassen – abgesehen von dem Genuss, der Ihnen dadurch entgeht.

Zur Kunst des Klavierstimmens

Bei der Stimmung eines Klaviers geht es um drei Aufgaben:

  • Weil jeder Ton von drei Saiten erzeugt wird (nicht nur wegen der Lautstärke, aber das ist ein Thema für sich), müssen deren Töne genau gleich sein.
  • Die Oktaven müssen genau zusammen passen: Wenn das Schlüssel-C 256 Hertz hat, muss das C eine Oktave tiefer 128 Hertz, das C eine Oktave höher 512 Hertz haben. Ganz oben und ganz unten stimmt das allerdings nicht (siehe Abschnitt „Warum gleichschwebend und schöner ?“).
  • Die wichtigen („konsonanten“) Intervalle (Quinte, Terz usw.) müssen einen schönen Zusammenklang ergeben. Das ist der schwierige Teil der Stimmung. Denn würden die kleine und die große Terz exakt gestimmt werden, dann lägen sie nicht einen Halbton auseinander, sondern nur gut die Hälfte davon. Das ginge also nur bei einzelnen Terzen, nie bei allen. Bei den anderen Intervallen ist es zwar weniger stark, aber kein Intervall außer der Oktave kann rein gestimmt werden. Man muss also Kompromisse machen, besonders, wenn man nicht nur immer in C-Dur spielen will. Das nennt sich „Temperatur“ und jeder Kompromiss, der in jeder Tonart nett klingt, nennt sich „wohltemperiert“.

Heutzutage wird meistens gleichstufig gestimmt, alle Halbtonschritte sind also genau gleich groß. So klar, wie es scheint, ist das nicht, aber davon mehr unter „Zur Frage der verschiedenen wohltemperierten Stimmungen“.

Der Klavierstimmer hat also mehrere Aufgaben, was die genauen Tonhöhen angeht. Außerdem soll die Stimmung möglichst lange halten, was sich mit viel Erfahrung und einigen Tricks bei den meisten Klavieren machen lässt, auch abhängig von den Ansprüchen und der Hörgenauigkeit der Nutzer. Manche lassen ihr Klavier einmal jährlich stimmen, manche zweimal, viele wissen nur sehr ungefähr, wann ihr Klavier zuletzt gestimmt wurde. Sie warten, bis es sie stört oder ein Besucher sie darauf aufmerksam macht.

Nicht zuletzt lässt sich beim Klavier auch der Klangcharakter einstellen, in Grenzen natürlich. Ein einfaches Klavier wird nie den Klang eines schönen Bösendorfer- oder gar Blüthner-Flügels erreichen. Aber die Filze der Hämmer, die gegen die Saiten schlagen, sind manchmal zu hart, oft aber zu weich (altersbedingt), was dem Klang nicht gut tut. Oft kommen dann noch Riefen dazu, die durch die Saiten in den Filz gedrückt wurden. Dadurch wird die Saite schon beim Anschlag gebremst und kann nicht mehr so schön klingen, wie es das Klavier als Ganzes könnte. Diese Feinarbeiten können nach Absprache mit dem Kunden für höheren Klanggenuss sorgen.

Nun zur Umsetzung: Jedes Klavier reagiert anders auf die Kraft des Stimmhammers. Manche Stimmnägel lassen sich leicht drehen, andere neigen sich etwas, bevor sie sich zu einer Drehung bequemen – was dazu führt, dass beim Nachlassen der Kraft der Nagel wieder seine Lage ändert; manche Stimmnägel drehen sich beim Loslassen fast unmerklich, aber hörbar zurück; bei manchen Klavieren sind die Schwebungen deutlich zu hören, manchmal verschwinden sie fast unter anderen Schwebungen, die im Hintergrund des Klavieres erklingen. Es gibt noch weitere Charaktermerkmale und es dauert erfahrungsgemäß etwa eine halbe Stunde, bis wir uns verstehen (das Klavier und ich).

Klavier-Saiten, die längere Zeit sich selbst überlassen blieben, verändern ihre mikrokristalline Struktur im Stahl. Werden sie dann wieder neuer Spannung ausgesetzt, verändert sich anschließend diese Struktur und der Stahl gibt nach: der Ton sinkt innerhalb von einigen Tagen wieder minimal. Genau genommen gehört zu jeder Stimmung darum eine Nachstimmung, bei der diese „Entspannungen„ korrigiert werden, wo sie zu hörbaren Schwebungen führen. Erfahrungsgemäß ist das bei 5 bis 30 Saiten der Fall, die Nachstimmung ist im Preis enthalten.

Tuner, also Stimmgeräte, können eine Hilfe sein, um sich zu orientieren, ob die Quinte zu groß oder zu klein ist. Eine um 2 Cent zu kleine Quinte (wie bei der gleichstufigen Stimmung) lässt sich mit einem Tuner aber gar nicht genau ablesen. Entscheiden tut letztlich das Ohr. Die Gefahr bei der Nutzung des Tuners ist, dass man sich auf ihn verlässt und nicht mehr so genau hinhört. Das merkt man am Ende des Quintenzirkels und man schummelt dann alles so ungefähr hin und hofft, dass der Kunde es nicht bemerkt.

Für die ungleichstufigen Stimmungen kann der Tuner eine gute Unterstützung sein: 6 rein gestimmte aufsteigende Quinten in Folge ergeben einen Ton, der im mittleren Bereich um 3 Hertz höher liegt als der entsprechende Ton bei gleichstufiger Stimmung. Das lässt sich mit einem guten Tuner überprüfen. Die folgenden 6 unreinen Quinten müssen diese 3 Hertz wieder ausgleichen. Gute Tuner haben mehrere verschiedene Stimmungen einprogrammiert. Daran habe ich mich aber noch nie orientiert, kann dazu also nichts sagen.

Mit Tonanalysatoren, die in der Lage sind, die Teiltöne einzelner Saiten zu messen (bzw. zu berechnen), habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Vielleicht liegt das am Alter meines Klavieres, vielleicht wird aber auch mehr versprochen als gehalten werden kann: Aus der Messung einiger Saiten soll ein Modell der Inharmonizitäten des ganzen Klavieres konstruiert werden, so dass die nötigen Streckungen optimal vorgeschlagen werden sollen. (Inharmonizitäten sind Abweichungen der Saiten von der idealen Saite mit genau ganzzahligen Obertönen.) Bei meinem Klavier klappt das allerdings nicht einmal bei den Oktaven. Und wie gesagt: Letztlich entscheidet nicht das Messgerät, ob eine Klavierstimmung gut klingt.

Warum „gleichschwebend und schöner“ ?

Zur Frage der verschiedenen wohltemperierten Stimmungen

Der Nutzer eines Klaviers wird für gewöhnlich mit der Frage nach reinen Quinten nicht konfrontiert. Viele haben schon vom „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach gehört, einer Sammlung von Präludien und Fugen in verschiedenen Tonarten. Wer alte Musik mag, wird schon einmal von historischer oder mitteltöniger Stimmung gehört haben. In erster Linie kommt es aber darauf an, dass sein Klavier nicht verstimmt ist, jedenfalls nicht so sehr, dass es unangenehm wird.

Andererseits gibt es Beobachtungen, die neugierig machen können:

  • Manch ein Hörer, besonders Kinder, finden den Klavierklang nach der Stimmung „langweilig“ im Verhältnis zum Klang vor der Stimmung.
  • Einige Stücke finden sich in verschiedenen Tonarten (z.B. River flows in You in A-Dur und in G-Dur) und die Frage entsteht, was original ist ob es einen Unterschied ausmacht.
  • Die verschiedenen Intervalle können – bis auf die Oktave – gar nicht „rein“ gestimmt werden: Würden die kleine und die große Terz rein gestimmt werden, dann lägen sie nicht einen Halbton auseinander, sondern nur gut die Hälfte davon. Geiger können die Tonhöhe je nach Intervall und Zusammenklang anpassen (Sänger auch), aber beim Klavier geht das nicht (bei Flöten auch nicht). 

Heutzutage wird meistens gleichstufig gestimmt, alle Halbtöne sind also genau gleich groß (das ist die so genannte „gleichstufige“ oder „gleichschwebende“ Stimmung, sie wird fälschlicherweise oft mit dem Oberbegriff „wohltemperiert“ betitelt). Das klingt einfach und klar, hat aber erhebliche Nachteile: Erstens gibt es keine wirklich sauberen Quinten mehr (aber fast); zweitens sind die Terzen sehr unrein (das betrifft aber alle Stimmungen, sogar die „mitteltönigen“); drittens klingt jede Tonart gleich, C-Dur wie D-Dur usw. – das ist in meinen Augen der Hauptnachteil!

Im Folgenden wird eine Art von Klavierstimmung erklärt, bei der die verschiedenen Tonarten auch unterschiedlich klingen.

(Eine übersichtliche Darstellung ist in Arbeit.)

Der Quintenzirkel der Valotti-Stimmung:
Die Quinten F-C-G-D-A-E-H sind um 4 Cent zu klein,
die Quinten H-Fis-Cis-Gis-Dis-Ais-F sind rein.